Fundstücke

Goldene Zopfspange

In der Nähe der Nekropole von Sulky wurden Juwelen aus Gold und Metall mit verschiedenen Formen gefunden.
Darunter befinden sich viele so genannte Zopfspangen oder Haarringe mit einem Körper aus Goldblech, in der Mehrzahl der Fälle mit einem Kern aus Bronze: Es handelt sich um Ringe mit dünn auslaufenden Enden, die eine Art Feder bilden, die nach Belieben geöffnet und um den Zopf geschlossen werden konnte.
Die bekanntesten Exemplare sind oft glatt, ohne besonderes Dekor (Abb. 1-2), während andere Exemplare verschiedene Eigenschaften aufweisen: Einige weisen ein Ende mit Form eines Schwanenkopfes auf (sowie auch anderer Tiere, die nicht mit Gewissheit bestimmt werden können, Abb. 3), andere ein Dekor in der Filigran- oder Granulationstechnik (Abb. 4) oder mit Zopfmotiv, wie im Fall der Exemplare, die in Sulky gefunden wurden (Abb. 5).

 

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Abb. 1 - Einfacher Haarring. Archäologisches Gemeindemuseum “F. Barreca” (Foto von Unicity S.p.A.)
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Abb. 2 - Haarringe unterschiedlicher Größe, ausgestellt im Archäologisches Gemeindemuseum “F. Barreca” (Foto von C. Olianas)
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Abb. 3 - Haarring mit Ende mit Form eins Schwanenkopfes (aus: QUATTROCCHI PISANO 1974, Tafel VI, Abb. 95).
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Abb. 4 - Haarring mit Dekor in Filigran- und Granulationstechnik, aus Karthago. Archäologisches Nationalmuseum Bardo, Tunesien (aus: PISANO 1988, S. 373).
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Abb. 5 - In Sulky gefundener Haarring mit besonderem Geflecht aus Golddraht. Archäologisches Gemeindemuseum “F. Barreca” (Foto von Unicity S.p.A.)

Die Juwelen stellen eine der charakteristischsten Ausdrucksformen des phönizisch-punischen Handwerks dar und waren ohne jeden Zweifel eine der Stärken des Handels der Phönizier und Karthager.
In Sardinien erscheint die Dokumentation von Tharros bis heute die bedeutendste hinsichtlich der Qualität und der Quantität im Bereich der Juwelen sowie der sonstigen Athyrmata.
Wozu dienten die Zopfspangen? Wie der Name bereits sagt, wurden sie verwendet, um die Haare zur gewünschten Frisur zu gestalten. Sie schmückten das Haar und waren auch Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Familie mit großen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Eine für andere Juwelen typische apotropäische Funktion hatten die Zopfspangen scheinbar nicht; sehr wahrscheinlich wurden sie einfach als Schmuck getragen.

Bibliografia

  • P. BARTOLONI, Il museo archeologico comunale “F. Barreca” di Sant’Antioco, Sassari 2007.
  • G. PISANO, I gioielli, in Aa. Vv., I Fenici, Milano 1989, pp. 370-393.
  • G. QUATTROCCHI PISANO, I gioielli fenici di Tharros nel Museo Nazionale di Cagliari, Roma 1974.

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