Detaillierte Datenblätter

Die Garnison

Die Verteidigung der Burg erfolgte durch ein Kontingent von Bewaffneten, die “Garnison” genannte wurde und die ständig in der Festung wohnte (Abb. 1). Die Garnison bestand aus recht wenigen Soldaten und auch im Kriegsfall oft nur aus Dutzenden und nicht aus Hunderten. Neben der Verteidigung der Burg und ihrer Bewohner gehörte es zu den Aufgaben der Soldaten, die Vorräte der Händler zu schützen, vor allem in Gebieten, in denen es oft zu Überfällen durch Räuber kam. Die Anwesenheit der Garnison in der Burg brachte es mit sich, dass auch Unterkünfte, Stallungen sowie Waffenkammern vorhanden waren.

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Abb. 1 - Männer unter Waffen (aus: ARMANGUÈ I HERRERO 2007, Deckblatt).

Die Ritter des 12. Jahrhunderts trugen ein langes Kettenhemd und einen Kegelhelm aus Eisen und sie schützten sich durch einen langen, mandelförmigen Schild; später hingegen, im 13. bis 14. Jahrhundert, trugen sie über einer gepolsterten Weste aus Stoff einen Panzer aus Metallplatten, während eine Brünne Kopf und Hals schützte und der Helm den Kopf bedeckte. Die Waffen waren Schwerter und Lanzen. Die Verteidigung der Burg erfolgte auch durch Bogen- und Armbrustschützen, die von der Mauer aus auf die Feinde schossen.

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Abb. 2 - Beispiele für mittelalterliche Rüstungen (von http://www.treccani.it/enciclopedia/usbergo/).

Die sardischen Burgen hatten eine überwiegend militärische Funktion, bis heute sind jedoch nicht die technischen Mechanismen klar, mit denen sie verteidigt wurden. Diese Festungen wurden in der Nähe wichtiger Wegkreuzungen errichtet, die für den Durchzug von Menschen und Waren von Bedeutung waren und daher waren sie sehr wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Umgebung. Dennoch waren diese Festungen nur mit wenigen Soldaten besetzt, im Durchschnitt mit ungefähr einem Dutzend Bewaffneten. Es gab daher eine große Diskrepanz zwischen der Anzahl der Soldaten und dem zu verteidigenden Raum, auch wenn die Kenntnis des Territoriums und der Umgebung durch die Kämpfer erklären könnte, wie die Möglichkeiten dieser kleinen Kontingente auf die bestmögliche Weise genutzt wurden.

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Abb. 3 - Die Verteidigung einer Burg (aus: MONTEVERDE, FOIS 1997, S. 251).

Konnten die mit derart wenigen Soldaten besetzten Burgen wirklich einem feindlichen Angriff widerstehen? Numerisch nein, jedoch keine Invasion konnte Hoffnung auf dauerhaften Erfolg haben, da es ständig zu Gegenangriff kam, vor allem durch die Truppen von Burgen, die zu einem einzigen Verteidigungssystem zusammengeschlossen waren. Im Mittelalter gab es Möglichkeiten, mit den Alleierten zu kommunizieren, die sich auf anderen Festungen befanden, über Boten, Signalfeuer und Brieftauben, um so die Verteidigung zu koordinieren.

Bibliografia

  • J. ARMANGUÈ I HERRERO, Uomini e guerre nella Sardegna medioevale, Cagliari 2007.
  • G. FOIS, Appunti su alcune problematiche riguardanti i castelli in Sardegna e nel Giudicato d’Arborea, in V. GRIECO, I catalani e il castelliere sardo, Cagliari 2004, pp. 39-64.
  • C. GRAVETT, I castelli medievali, Novara 1999.
  • A. MONTEVERDE, G. FOIS, Milites. Atti del Convegno, Saggi e Contributi (Cagliari, 20-21 dicembre 1996), 1997.
  • P.F. SIMBULA, Il castello di Acquafredda: appunti sulla vita quotidiana in una fortezza sarda del Trecento, in Quaderni Bolotanesi, 18, 1992, pp. 265-298.

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